Am Ende einer jeden Arbeit befindet sich ein sog. Literaturverzeichnis, worin sämtliche Informationsquellen, die zur Erstellung der Facharbeit/Dokumentation verwendet wurden, aufgeführt werden müssen. Bei den Literaturangaben wird normalerweise nach Quellen bzw. Primärliteratur und Literatur bzw. Sekundärliteratur getrennt. Die hier vorgenommene Trennung nach Büchern, Artikeln, Zeitschrift, CD-ROM, Film etc. dient nur der Verdeutlichung. Was in den jeweiligen Fächern als Quelle und was als Literatur gilt, sollte man mit den Fachlehrern klären.
Bücher werden folgendermaßen zitiert:
Bitte auch die Satzzeichen beachten !!!
Nachname, Vorname: Titel. Erscheinungsort Erscheinungsjahr.
Titel, die selbständig erschienen sind, werden kursiv gesetzt.
Brockmann, Joseph (Hrsg.): Karolus Magnus et Leo papa. Ein Paderborner Epos vom Jahre 799. Paderborn 1966.
Buchner, Rudolf (Hrsg.): Ausgewählte Quellen zur deutschen Geschichte des Mittelalters. Freiherr vom Stein-Gedächtnisausgabe. Bd. V. Darmstadt 1966.
Hartmann, Wilfried (Hrsg.): Deutsche Geschichte in Quellen und Darstellungen. Bd. 1. Stuttgart 1995.
Reindel, Kurt: Die Kaiserkrönung Karls des Großen. Hamburg 1966.
Beumann, Helmut (Hrsg): Karl der Große. Persönlichkeit und Geschichte. Düsseldorf 31967.
(Die vor der Jahreszahl hochgestellte Zahl gibt die Auflage an, also hier die dritte Auflage)
Classen, Peter: Karl der Große, das Papsttum und Byzanz. Die Begründung des karolingischen Kaisertums. Sigmaringen 1985.
De Bayac, Jacques Delperrié: Karl der Große. Leben und Zeit. Wien und Berlin 1976.
Erdmann, Carl: Forschungen zur politischen Ideenwelt des Frühmittelalters. Berlin 1951.
Fritze, Wolfgang H.: Papst und Frankenkönig. Studien zu den päpstlich-fränkischen Rechtsbeziehungen von 754 bis 824. Sigmaringen 1973.
Boose, Lynda E. und Richard Burt (Hrsg.): Shakespeare, The Movie. Popularizing the Play on Films, TV, and Video. London und New York 1997.
Manchmal wird die Angabe des Verlags verlangt (z.B. bei den Anglisten Þ Lehrer fragen); das sollte dann folgendermaßen gemacht werden:
Nachname, Vorname: Titel. Ort: Verlag, Jahr.
Wird der Verlag verlangt, dann muss man ihn bei allen Büchern angeben (Zeitschriften, Zeitungen, Filme etc. bilden eine Ausnahme). Einheitlichkeit ist das oberste Gebot des wissenschaftlichen Arbeitens !!!
Titel, die nicht selbständig erschienen sind, z.B. einzelne Artikel aus Büchern, Zeitschriften, Zeitungen etc. erscheinen in „Anführungszeichen“.
Artikel aus Zeitungen:
Finger, Evelyn: „Die Rosenkavaliere.“ Die Zeit, 17.02.2005, Nr. 8, S. 5.
Artikel aus (wissenschaftlichen) Zeitschriften:
Das ist der „Titel“ des Artikels.
ß
Belsey, Catherine: „Shakespeare and Film: A Question of Perspective.“ Literature/Film Quarterly, 11 (1983) no. 3, 152-158. Ý
Das ist der Titel der Zeitschrift.
Strum, Reinhard: „Vom Kaiserreich zur Republik 1918/1919.“ Informationen zur politischen Bildung, 4. Quartal (1998), Nr. 261, 3-18.
Man kann zur Verdeutlichung gegebenenfalls auch den Titel der Zeitschrift angeben:
Strum, Reinhard: „Vom Kaiserreich zur Republik 1918/1919.“ Informationen zur politischen Bildung. Weimarer Republik, 4. Quartal (1998), Nr. 261, 3-18.
Biggs, Murray: „’He’s Going to His Mother’s Closet’: Hamlet and Gertrude on Screen.“ Shakespeare Survey, 45 (1992), 53-62.
Artikel aus Büchern:
Das ist der „Titel“ des Artikels.
ß
Beumann, Helmut: „Das Paderborner Epos und die Kaiseridee Karls des Großen.“ In Joseph Brockmann (Hrsg.): Karolus Magnus et Leo papa. Ein Paderborner Epos vom Jahre 799. Paderborn 1966. Ý
Das ist der Titel des Buches.
Es darf nur selbständig, d.h. ohne Verweis auf Buch, Zeitschrift oder Zeitung zitiert werden, was selbständig, also nicht als Teil einer anderen Veröffentlichung erschienen ist !!!
Zeitschriften:
Informationen zur politischen Bildung, 4. Quartal (1998), Nr. 261.
Man kann zur Verdeutlichung gegebenenfalls auch den Titel der Zeitschrift angeben:
Informationen zur politischen Bildung. Weimarer Republik, 4. Quartal (1998), Nr. 261, 3-18.
Der Blaue Reiter. Journal für Philosophie, 1 (2004), Nr. 19.
Bei einer Filmanalyse, einem Filmvergleich oder dem Vergleich einer Verfilmung mit dem literarischen Original kann auch ein Film eine Quelle sein.
Filme
Hamlet. GB 1948. Produktion: Two Cities Film. Produzent: Laurence Olivier. Regie: Laurence Olivier. Buch: Alan Dent, nach dem Stück von William Shakespeare. 155 Min.
Hamlet. USA/GB 1990. Produktion: Icon/Warner/Nelson Entertainment. Produzent: Dyson Lovell. Regie: Franco Zeffirelli. Buch: Christopher De Vore, Franco Zeffirelli, nach dem Stück von William Shakespeare. 135 Min.
Hamlet. USA 1996. Produktion: Castle Rock Entertainment. Produzent: David Barron. Regie und Buch: Kenneth Branagh, nach dem Stück von William Shakespeare. 232 Min.
CD-ROMs:
Bertelsmann Lexikon Geschichte. Bertelsmann Electronic Edition. Bertelsmann Electronic Publishing, München 1996.
1848-1949. Ein Jahrhundert deutsche Geschichte. Bibliographisches Institut & F. A. Brockhaus. Mannheim 1997.
Fußnoten
Fußnoten sehen anders aus als die Literaturangaben im Literaturverzeichnis, weil sie Teil des Fließtextes sind, d.h. sie sollten leicht zu lesen sein. Deshalb folgt hier der Nachname dem Vornamen:
Allerdings können Fußnoten auch zusätzliche Informationen oder Anmerkungen enthalten. Folgende Angaben verändern sich aber auch dann nicht:
Schriftgröße 10, einfacher Zeilenabstand.
Weitere Unterschiede zum Literaturverzeichnis ergeben sich aus einem Vergleich.
Bitte auch hier wieder auf die Satzzeichen achten !!!
Werner Bies, „Shakespeare on Film: Some German Approaches.“ Literature/Film Quarterly, 11 (1983) no. 3, 203-207.
3 Lynda E. Boose und Richard Burt (Hrsg.), Shakespeare, The Movie. Popularizing the Play on Films, TV, and Video, London und New York 1997.
Bei Fußnoten gilt es zu beachten, dass bereits erwähnte Titel üblicherweise in gekürzter Form wiedergegeben werden, vor allem wenn derselbe Titel direkt anschließend folgt (siehe Fußnoten 5 und 6). Wird ein Titel allerdings zum ersten Mal genannt, dann muss er vollständig zitiert werden !!!
Die hier gezeigten Zitierweisen sind auf den kleinsten gemeinsamen Nenner gebracht und sollten für den schulischen Gebrauch genügen. In verschiedenen Fächern wird jedoch verschieden zitiert (z.B. Punkt statt Doppelpunkt nach dem Autorennamen, Komma zwischen Erscheinungsort und Erscheinungsjahr, Nennung des Verlags etc.). Das ist keine Schikane, sondern entspricht den unterschiedlichen wissenschaftlichen Bedürfnissen der unterschiedlichen Fachbereiche. Das gilt auch – und gerade – für die Uni.
Jeder sollte deshalb vor Beginn einer Facharbeit/Dokumentation mit dem Fachlehrer oder der Fachlehrerin abklären, ob diese Zitierweise akzeptiert wird.
The World Wide Web (WWW)
Auch hier gilt es zu beachten, dass es ratsam ist, sich mit dem Fachlehrer abzusprechen, weil es für das Zitieren von Internetseiten noch keine wirklichen Standards gibt. Aber diese Vorgehensweise:
http://www.esg-filderstadt.de/esg/archiv/usa_austausch07.htm (21.09.2007)
gilt als akzeptabel. Man gibt also die vollständige Internetadresse an und ergänzt sie durch das Datum der Anwendung. Um das Datum von der Internetadresse abzuheben, kann man es zusätzlich in Klammern setzen.
Man sollte, wenn möglich, auch den Autor nennen (z.B. bei einem im Internet veröffentlichten Artikel etc.)
Unarten:
Man zitiert möglichst niemals aus indirekten Quellen nach dem Muster „zitiert nach“. Das ist philologische Bequemlichkeit. Man sollte z. B. niemals Quellenzitate aus der Sekundärliteratur entnehmen, sondern die Primärquelle selbst aufsuchen und den Beleg kontrollieren. Das gilt sowohl für literarische Zitate als auch für zitierte Forschungsliteratur.
Natürlich haben Moennighoff und Meyer-Krentler ihr Buch für Universitätsstudenten geschrieben. Dennoch verlangt wissenschaftliches Arbeiten, dass man Informationen im Original vor sich hat und sich nicht auf die – womöglich falsch zitierten – Wiedergaben anderer verlässt. In der Regel reicht die Zeit aus, um auch eine Fernleihe vorzunehmen. Steht die Originalquelle nicht zur Verfügung oder ist ihre Beschaffung zu kompliziert, langwierig oder Ähnliches, dann sollte die weitere Vorgehensweise mit dem Fachlehrer abgesprochen werden. Die Zitierweise in einer Fußnote würde dann folgendermaßen aussehen:
1 Adolf Hitler, Mein Kampf, München 131932, S. 702 f., zitiert nach: Heinz Dieter Schmid (Hrsg.), Fragen an die Geschichte. Geschichtliches Arbeitsbuch für Sekundarstufe I, Bd. 4, Frankfurt am Main 41990, S. 72.
D.h. Schmids Werk lag vor. Schmid hat die genannte Ausgabe von Hitlers Mein Kampf zitiert. Die Kollegiatin bzw. der Kollegiat hat sich aber nicht die Mühe gemacht, Mein Kampf im Original zu besorgen, um zu sehen, ob Schmid richtig zitiert hat, sondern hat einfach Schmids Zitat übernommen.
Literaturhinweis:
Braukmann, Werner: Pocket Teacher Abi. Die Facharbeit. Für alle Fächer. Berlin 22003.