Visualisieren

November 21, 2007 von wasbewegte

Einige Tipps zu Gestaltung und Einsatz von Medien Visualisierung:

Hilfsmittel sind zum Helfen da!

 

Ein Bild sagt oft mehr als 1000 Worte!?

Unterstütze optisch deinen mündlichen Beitrag. Benütze dabei verschiedene Eingangskanäle (Sinne): Folien oder Dias mit Stichwörtern, Demonstrationsobjekte, Video, …

 
 

 

Wir behalten von dem, was wir …

lesen: 10%

hören: 20%

sehen: 30%

sehen und hören: 50%

selbst vortragen: 70%

selbst ausführen: 90%

 

Inhalt geht vor! Die Visualisierung soll unterstützen, nicht ablenken!

 

 

 

 

 

 

Overhead-Folien

KISS (Keep it simple stupid!)

Angemessene Anzahl: In der Regel max. 1 Folie pro Minute bzw. 8 Folien in 10 Minuten („Keine Folienschleuder!“). Auch hier gilt: Weniger ist oft mehr!

Bild schlägt Wort! (Bilder, Grafiken, Diagramme, kombiniert mit Worten)

Bullet points: ● ◊ □ ► + C V ; r → ◙

Vierschritt für Bildpräsentationen (Die 4 A: Ankündigen, Auflegen, Ansehen lassen, Arklären)

Zeigeinstrumente, um auf Details aufmerksam zu machen (z.B. gespitzter Bleistift)

Lesbare Folien/Dias: mind. 24 Punkt. Maßgebend ist der Zuhörer in der letzten Reihe! Faustregel zur Schriftgröße: 5 Millimeter bei 10 Metern Abstand, 10 Millimeter bei 10 bis 15 Metern Abstand, 15 Millimeter bei 15 bis 20 Metern Abstand.

Max. 8 Zeilen; besser weniger!

Stichwörter, die du erläuterst. Keine ganzen Sätze! Wenn Sätze, dann kurz und prägnant.

Querformat statt Hochformat (Weniger Verzerrung auch bei schräger Projektion!)

Ein Thema pro Folie! Überschrift, Titel angeben! (-> Orientierung für den Zuhörer)

Farben gezielt einsetzen: Funktional statt bunt! Maximal 4 Farben

Farbwahl: Möglichst große Unterschiede in Kontrast und Helligkeit: Schwarze Schrift auf weißem Grund ist am klarsten und am besten lesbar! Oder gelb auf blau.

Sehgewohnheiten berücksichtigen: Graphischer Aufbau von links oben nach rechts unten

Nicht zu komplizierte/feingliedrige Folien, gegebenenfalls schrittweise aufbauen und hinreichend erläutern! Andernfalls hört das Publikum dir nicht mehr zu, sondern studiert das Bild.

Kein Folien-Striptease! Folien möglichst nicht schrittweise aufdecken, bei Bedarf mehrere aufbauende Folien einsetzen.

Keine Text-Bild-Scheren! Nicht über etwas reden, was nicht direkt auf der Folie sichtbar ist.

Will man eine Folie nicht ausführlich erläutern, dann genügend Zeit zum Betrachten lassen!
Ihr könnt ein Zitat auch selber lesen lassen… -> Pause für den Redner! Spannungswechsel!

PowerPoint (PPT)

Im Wesentlichen gelten die gleichen Regeln wie bei Overheadfolien.

Der große Vorteil von PPT:

Du kannst deine Präsentation/deine Folien dynamisch aufbauen.

Aber Vorsicht vor den Gefahren und Nachteilen!

Animationen kontrolliert, gezielt und zurückhaltend einsetzen!

Kein „Farbenfestival“!

Kein Feuerwerk der Technik!

TAFELANSCHRIEB

Funktion:

· Der TA sollte sich aus der Diskussion mit den Zuhörern ergeben.

· Der TA kann die wichtigsten Inhalte des Vortrages festhalten.

· Der TA kann die Beiträge der Zuhörer sammeln.

Tipps:

· Klare gedankliche Struktur! (Spaltenschema mit Vor‑und Nachteilen, Aufzählung in chronologischer oder sachlogischer Reihenfolge, Oberbegriffe und Aspekte)

· Beim Schreiben sollte der Redner nicht oder nur wenig sprechen. (Mitdenkpause für den Zuhörer)

· Gute TAs fassen das Gesagte in prägnanten Formulierungen zusammen. (Blickkontakt zum Publikum darf nicht zu lange unterbrochen werden.)

· Übersichtliche grafische Anordnung! (Abstände, Gliederungssymbole, Unterstreichungen, farbige Kreide, Druck‑ und Großbuchstaben)

Vorteile: (trotz einiger Vorbehalte wie z. B. eigene Handschrift, Rechtschreibung und Kreidestaub)

· wenig Aufwand

· kostengünstig

· ökologisch

· ermöglicht sofortige Visualisierung von Gedanken

· offen für spontane Vorschläge aus dem Publikum

Nachteil:

· muss neu erstellt werden

Referieren

November 15, 2007 von wasbewegte

Übersicht:
1. Planung des Referats
Ziel
Gedankliche Abfolge
Der Einstieg
2. Vorbereitung der freien Rede
Zehn Regeln
Das Stichwortkonzept konkret
3. Vortrag des Referats
4. Bewertungskriterien
In der Schulpraxis erlebt man es häufig, dass Schüler einen Kurzvortrag halten sollen und schon vorher resignierend sagen, sie könnten das nicht. Dabei bleibt es oft bis zum Abitur, und nicht wenige Prüfungen fallen schlecht aus, weil ein Teil der mündlichen Prüfung aus einerzusammenhängenden, selbstständig vorgetragenen freien Rede bestehen soll. Es ist kein Wunder,dass viele Schüler vor dem freien Vortrag Scheu haben, da sie kaum Gelegenheit bekommen,sich darin zu üben.Das Vorurteil, zum Redner müsse man geboren sein, stimmt so nicht: Reden kann man nämlichwie alles andere auch lernen und üben.

Planung des Referats
Im Unterschied zur Facharbeit ist bei der Gliederung und Aufarbeitung des Materials für einReferat neben dem Stoff immer auch der Hörer in die Überlegungen miteinzubeziehen. Dabeierweisen sich drei grundlegende Überlegungen als notwendig:
• nach dem Ziel des Referats,
• der gedanklichen Abfolge und
• dem Einstieg.
Ziel
Der Aufbau des Referates hat auszugehen von dem Ziel, das mit dem Referat erreicht
werden soll. Auf Grund seiner sachlichen Vorinformation und seines Kenntnisstandes
muss der Referent in der Lage sein, den wesentlichen Kern seines Referates zu
bestimmen und in einem bündigen Satz (Zwecksatz) zu formulieren. Dabei ist zu
beachten, dass die meisten Themen ein Problem, eine Frage oder einen kontrovers
beurteilten Sachverhalt enthalten, den es aufzudecken, zu klären oder zu beurteilen gilt.
So enthält beispielsweise das Thema „Rechtsradikalismus in der jüngeren deutschen
Geschichte“ versteckt auch die Frage nach der Beurteilung ihrer Rolle.
Von dem Ziel, zu dieser Frage Stellung zu beziehen, leitet sich die gedankliche Abfolge,
die den Hauptteil des Referates bildet, ab.
Gedankliche Abfolge
Hilfreich zur Klärung und zur logischen Ordnung der Gedanken auf das Ziel hin können
die folgenden Leitfragen sein:
• Was will ich darlegen, erklären, beweisen oder widerlegen?
• Welcher Mlttel kann ich mich dazu bedienen? Argumentation, Darstellung und
Beschreibung, Experimente, Veranschaulichungen über Medien.
• Welches Material aus der Stoffsammlung ist im Hinblick auf das Ziel des Referates
von Bedeutung?
• Welche Thesen, Argumente, Belspiele, Gesichtspunkte oder Versuchsergebnisse
sind methodisch notwendige Schritte auf dem Weg zum Ziel?
• Welche Gedanken will ich besonders herausstellen?
• Wie ordne ich die zu behandelnden Punkte an, damit sie folgerichtig und
überzeugend zum Ziel hinführen?
Der Einstieg
Der Einstieg in das Referat ist der letzte Teil der Planung. Er ergibt sich aus den
situativen Bedingungen – Erwartungen, Vorkenntnissen und dem Vorverständnis des
Hörerkreises einerseits und dem, was das Thema dazu hergibt andererseits.
Der Einstieg kann verschieden gestaltet werden, sollte aber auf jeden Fall Folgendes zu
erreichen suchen:
• zum Thema hinführen
• Interesse wecken
• Motivation erzeugen
• zum Mitdenken anregen.
Versetze dich in die Rolle des Zuhörers und überlege, wodurch deine Aufmerksamkeit für
ein Thema erweckt werden könnte. In der Praxis hat sich häufig eine indirekte
Hinführung zum Thema, die einen unerwarteten Aufmerksamkeitseffekt erzeugt,
bewährt.
Vorbereitung der freien Rede
Zehn Regeln
1. Formuliere den Kerngedanken des Referates möglichst kurz und bündig!
2. Entwickle aus der Materialsammlung und -verarbeitung stichwortartig eine logische
Gedankenabfolge auf den Kerngedanken hin!
3. Ordne die Gedanken in einem vorläufigen Stichwortzettel, der aus einem
Gedankenflussplan, einem Sinnschritt-Diagramm oder einem Mind Map besteht.
4. Suche Argumente, Belege, Zitate, Beweise, Beispiele zu den Stichworten bzw.
Sinnschritten und notiere sie einzeln auf Karteikarten oder losen Blättern!
5. Formuliere Definitionen, wichtige Überleitungen oder Kernsätze aus und sortiere sie
ebenfalls auf Karteikarten oder losen Blättern!
6. Erster lauter Sprechversuch, nach Möglichkeit mit Tonbandkontrolle. Er dient der
Feststellung von Lücken, Gedankensprüngen, Formulierungsschwierigkeiten,
Wortwiederholungen, Schwächen der Satzbaus und Mängeln in der Ausdrucksweise.
Fehler anhand des Tonbandprotokolls im Stichwortzettel anmerken.
7. Korrigiere die aufgetretenen Fehler!
8. Einsatz von Medien und Verstehenshilfen (z.B. Dias, Tafelanschriften, Fotokopien mit
Zahlenmaterial, Tabellen, grafische Darstellungen) einplanen und im Stichwortzettel
vermerken.
9. Endgültigen Stichwortzettel aufstellen und mit Karteikartensammlung und Medieneinsatz koordinieren.
10. Zweiter Sprechversuch (ggf. weitere) auf Tonband/Cassette oder vor
Familienangehörigen und weitere Korrekturen.
Für den wenig geübten Redner ist es oft notwendig, die Sequenzen 6-10 mehrfach in
Zeitabständen zu wiederholen, um Sicherheit zu erlangen. Deshalb sind für die Planung
ausreichende Zeitreserven vorzusehen.
Das Stichwortkonzept konkret (mögliche Tipps)
• Karteikarten DIN A 5 (halbe Briefbogengröße) liniert verwenden!
• Karteikarten durch eine markante Linie von oben nach unten aufteilen. Es ergben sich 1/3 auf der linken Seite (für Stichworte) und 2/3 rechts für fortlaufenden Text und
Regieanweisungen).
• Karteikarten durchnummerieren!
• Karteikarten nur einseitig beschreiben wegen der Gefahr des „Chaos“ beim Umblättern!
• So groß schreiben, dass es aus zirka einem Meter mühelos lesbar ist!
• Zwischen den einzelnen Zeilen große Abstände lassen, übersichtlich, groß und lesbar
schreiben. Besonders wichtige Punkte werden unterstrichen oder mit Farben (maximal
drei!) gekennzeichnet!
Vortrag des Referats
Ein guter Redner schenkt dem Beginn seines Vortrags besondere Aufmerksamkeit, weil er das Interesse seines Publikums gewinnen will. Er führt deshalb mit einer Anekdote, einer witzigen Bemerkung, einem besonders treffenden Beispiel in sein Thema ein, bevor er zu allgemeinen und abstrakten Darstellungen übergeht. In anderen Fällen setzt er eine Übersicht, die praktischeAnwendungen seiner Ausführungen an den Anfang, stellt einen Bezug zur Situation der Hörer her und weckt damit ihr Bedürfnis, mehr über das Thema zu erfahren.Ganz allgemein sind außerdem folgende Punkte zu beachten:
• Sprich laut genug, damit auch die Leute in den hintersten Bankreihen dich verstehen.
• Man spricht anders als man schreibt. Langen, komplizierten Sätzen kann zwar ein Leser
folgen, weil er die Möglichkeit hat, die einzelnen Satzteile isoliert zu betrachten. Bei einem
Vortrag empfiehlt es sich aber, kurze, klare Sätze zu machen.
• Erkläre Begriffe und Fachausdrücke, wenn du sie zum ersten Mal verwendest.
• Gedankensprünge verwirren die Hörer, die ja nicht zurückblättern und sich orientieren
können. Bleibe beim Thema, wiederhole eine Angabe lieber als sich auf das Gedächtnis der
Hörer zu verlassen. Fasse das Gesagte ab und zu zusammen.
• Bei schwierigen Sachverhalten hilft es den Hörern, wenn du das Gleiche in verschiedenen
Worten mehrmals umschreibst.
• Vermeide lange Aufzählungen, lege das Ganze lieber in einigen treffenden Beispielen dar.
• Bei längeren Reden braucht der Hörer ab und zu eine Atempause. Diese kann in Form von Abschweifungen, Anekdoten, usw. in den Vortrag eingeflochten werden. Eine andere
Möglichkeit ist das Einschalten von Übungen oder die Aufforderung zu Diskussionen,
Fragen, Kommentaren.
• Überlege dir auch, welche Hilfsmittel den Vortrag auflockern und zum Verständnis des
Stoffes beitragen können. Namen, Zahlen, Fachausdrücke, usw. sollten möglichst an die
Tafel geschrieben werden. Tabellen, grafische Darstellungen, Zeichnungen, die du evtl. mit
Hilfe eines Tageslichtprojektors zeigst, veranschaulichen komplexe Tatbestände.
Setze zusätzliche Verstehenshilfen ein, um das Interesse wachzuhalten, Verstehen zu
erleichtern und durch die Aufnahme über mehrere Sinneskanäle das Behalten zu
verbessern:
• Bilder
• Projektoren
• Wandkarten
• Modelle
• Versuchssequenzen
• Tafelanschriften
• Zeichnungen
• Filmausschnitte
• Audiospots

• kopierte Materialien.
• Versuche, deine Gliedmaßen während des Sprechens unter Kontrolle zu halten und nervöse Gewohnheiten, wie wildes Gestikulieren, Zupfen an der Kleidung, usw. auszuschalten.
• Angesichts der erschreckenden Aussicht, einen Vortrag zu halten, kann man sich trösten
mit dem Gedanken, dass die meisten Leute bei einer solchen Aufgabe etwas nervös sind.
Ein wenig Nervosität schadet auch nichts – es gilt hier dasselbe wie bei den Prüfungen.
Wenn aber die Angst unmäßige Formen annimmt, muss etwas dagegen unternommen
werden. Übe den Vortrag erst im kleinen Kreis, vor Freunden oder Geschwistern – es ist ja meist das Unbekannte, das Furcht einflößt.

mögliche Bewertungskriterien
Die Kriterien zur Beurteilung der Qualität des Referates ergeben sich aus der Zweckbestimmung:
• Grad der Informiertheit:
Ist der Referent gut informiert? Versteht er, was er sagt? Weiß er mehr, als er vorträgt?
Kann er auf Rückfragen der Hörer Auskunft geben?
• Grad der Exaktheit und Fasslichkeit der Information:
Ist die Darstellung themabezogen, verständlich, sachlich, knapp, gegliedert? Werden
schwierige Sachverhalte durch Hilfsmittel (Bilder, Erläuterungen) veranschaulicht?
• Grad der Motivation der Hörer:
Kann der Referent die Bedeutung seiner Ausführungen erläutern und Interesse wecken?
• Technik des hörerangemessenen Sprechens:
Spricht der Referent lebhaft, artikuliert, anregend, nicht zu schnell, nicht stockend?
• Hörerangemessene Sprachform (Wortwahl, Syntax).

Wenn das Publikum zum Feind wird

November 8, 2007 von wasbewegte

Wenn das Publikum zum Feind wird

Fast jeder leidet vor einem öffentlichen Auftritt an Lampenfieber.
Was hilft dagegen?

Von Achim Wüsthof

Die Hände schwitzen, die Knie zittern, der Mund bebt und das Herz rast. Egal, ob Student, Lehrer, Musiker, Schauspieler oder Manager – wer etwas vorträgt und sich dabei nicht blamieren möchte, wird schnell zum Opfer des eigenen vegetativen Nervensystems, das die Angstreaktionen auslöst. Bei Hellmut Funke, Pauker beim Sinfonieorchester des Norddeutschen Rundfunks in Hannover, wurde die Angst so groß, dass er sogar während einer Aufführung vom Podium floh und ein drei viertel Jahr pausieren musste.
Versagt ein berühmter Pianist bei einem Klavierabend auf großer Bühne, zerreißen ihn die Kritiker am nächsten Tag in der Zeitung. Auftrittsängste können Karrieren zerstören und verhindern. Dabei ist es eine Frage der Intensität, ab wann das Lampenfieber zum Störfaktor wird, denn in leichtem Grade wirkt es sich leistungsfördernd aus und verleiht der Aufführung Bravour oder Genialität. Einer amerikanischen Studie zufolge leiden rund 50 Prozent der Musiker unter belastendem Lampenfieber – wenn die Finger zittern und der Geist lahmt. Von diesen schwer Betroffenen schluckt mehr als die Hälfte Beruhigungsmittel oder sogar Beta-Blocker, die das Herz langsamer schlagen lassen und das Zittern unterdrücken.
Doch das vegetative Nervensystem lässt sich auch ohne Chemie beeinflussen. Claudia Spahn, Oberärztin an der Abteilung für Psychosomatik der Universität Freiburg, bietet Musikstudenten ein spezielles Trainingsprogramm an, damit sie Konzerte besser bewältigen. „Leider sind die Studenten, die es am nötigsten hatten, nicht zum Kurs gekommen“, sagt Spahn. Das wundere sie nicht, denn Lampenfieber sei nach wie vor ein Tabu-Thema. Gerade wer damit besondere Schwierigkeiten habe, würde kaum darüber sprechen.
Dabei ist der offensive Umgang mit der Angst der erste Schritt zu ihrer Bewältigung. Claudia Spahn geht mit den Studenten jede Phase des Auftritts detailliert durch; dabei sollen sie von ihren bisherigen Erfahrungen berichten: Wie komme ich auf die Bühne? Wie ist meine Körperhaltung? Wie schaue ich ins Publikum? Wie stelle oder setze ich mich hin? Wie wirke ich auf die Zuschauer? Was empfinde ich? Um sich dabei selbstkritisch zu beobachten, sind Videoaufzeichnungen hilfreich. „Als ich meine Tapsigkeit auf Video sah, wurde ich zunächst noch unsicherer“, sagt eine Studentin. Doch als der Auftritt in der Gruppe ein paar Mal geübt wurde, bekam sie mehr Mut, ins Rampenlicht zu treten.
Die Strategien, um die Bühnen-Angst zu bewältigen, sind immer individuell. Vielen helfen Atem- oder Muskelentspannungsübungen, während andere auf so genannte autoimaginative Techniken schwören. Die Konzentration auf positiv gemeisterte Situationen in der Vergangenheit soll die Zweifel am eigenen Können vertreiben, indem man sich zum Beispiel vorsagt: „Beim letzten Konzert habe ich ohne Fehler die schweren Stellen gespielt, und ich bekam einen wahnsinnigen Applaus – das wird jetzt genauso sein.“ Während dem Gehirn mit Erfolgserlebnissen geschmeichelt wird, stärkt sich das Selbstbewusstsein und trickst so die Angst aus.
Und die Psyche lässt sich offensichtlich auf diese Weise überlisten. Eine Studie des Institutes für Klinische Gesundheitspsychologie der Universität Leipzig konnte die Wirksamkeit und Akzeptanz der neuartigen Trainingsprogramme bei Musikstudenten belegen. Vor allem diejenigen, die vor Kursbeginn „mittelgradig erhöhte Podiumsangstwerte“ hatten, verbuchten den größten Gewinn. Bei jenen mit hochgradiger Angst erreichte der Kurs am wenigsten. Auch sechs Monate nach Ende des Trainings besannen sich die Studenten zu einem Großteil auf die erlernten Methoden, bevor sie die Bühne betraten.
Meist ist die Ursache für übertriebenes Lampenfieber nicht leicht zu finden. In der Regel steckt dahinter ein traumatisches Vorerlebnis, das völlig banal sein kann, wie zum Beispiel folgende Situation: Grundschule, Vortrag eines Gedichtes, Mädchen haben gelacht. Michael Bohne, Arzt und „Auftrittscoach“ aus Hannover, berichtet von einem Pressesprecher, der sehr darunter litt, sich vor Kameras zu präsentieren. „Die Wurzel des Problems lag wohl in einer Turnstunde, zweite Klasse, als er sein Sportzeug vergessen hatte und der Lehrer ihn zwang, in Unterwäsche zu turnen“, sagt Bohne. Durch eine moderne Traumatherapie sei diese Episode ins Bewusstsein gerückt worden, die negative Erinnerung konnte verändert werden. Bei dem Pressesprecher wären die Angstzustände schlagartig zurückgegangen. Oft würde eine einzige therapeutische Sitzung reichen, um erstaunliche Wirkung zu erzielen.
Von alleine verschwinden diese Angstzustände meist nicht – obwohl es bei den Künstlern oder Moderatoren nicht an täglicher Übung mangelt. „Eine unbehandelte Angst hat eine schlechte Prognose“, sagt Helmut Möller, Leiter des Kurt-Singer-Institutes für Musikergesundheit in Berlin. Der berühmte Tenor Caruso litt bis zum Ende seiner Karriere unter fürchterlichem Lampenfieber und roch stets an einem Fläschchen mit Orangenessenzen, auf deren beruhigende Wirkung er schwor. Solche Rituale können eine gewisse Sicherheit geben. Doch wesentlich effektiver scheint eine Therapie zu sein, die Helmut Möller als „in vivo Arbeit“ bezeichnet. Man kann dann den Arzt und Psychoanalytiker mit einer Gruppe von Musikern zum Beispiel vor der Gedächtniskirche in Berlin antreffen und ihn marktschreierisch den Auftritt der ängstlichen Musikanten ankündigen hören. „Wir machen das so lange, bis sie sich wohler fühlen und sich nicht mehr schämen“, sagt Möller. Dabei würde immer sehr genau die Wahrnehmung der Situation und des eigenen Befindens analysiert. Irgendwann zittern dann die Knie nicht mehr.
Gerade der Umgang und die Auseinandersetzung mit den Kollegen beim Training in kleinen Gruppen helfen allen zu erkennen, dass Auftrittsängste auch andere quälen. „Die Musiker müssen als Erstes lernen, dass sie Angst haben dürfen“, sagt der Psychoanalytiker Möller, der auch sein Herz im Hals pochen spürt, sobald er als Hobby-Cellist eine Aufführung hat. „Ich habe gelernt, ganz offen über mein Problem zu sprechen“, sagt der Orchestermusiker Funke. Schwäche zuzugeben sei ein entscheidender Schritt gewesen, denn dadurch habe er Unterstützung von seinen Kollegen erhalten. Seit der Auftrittscoach Michael Bohne das Selbstvertrauen des Musikers gerettet hat, steht dieser wieder auf der Bühne. Bevor er dann zum Paukenschlag ausholt, sagt er zu sich: „Du kannst das doch.“
So bauen Sie die Angst im Kopf ab:

1. Sehen Sie den Auftritt als sinnvoll an und nicht als Zwang.

2. Konzentrieren Sie sich nicht auf das Ende des Auftritts, indem sie über Applaus oder die Prüfungsnote spekulieren.

3. Bleiben Sie im „Hier und Jetzt“, und lassen Sie sich nicht von den Zuschauern ablenken.

4. Führen Sie sich im Selbstgespräch ein positives Ziel vor Augen, und verdrängen Sie die Zweifel.

5. Treten Sie im Bewusstsein ihres realen Alters auf, vertrauen Sie auf Ihre Erfahrung, und vergessen Sie missglückte Auftritte im Kindesalter.

6. Nehmen Sie hilfreiche innere Begleiter mit anstatt Kritiker oder Besserwisser.

7. Versuchen Sie stets in sich zu bleiben, statt neben sich zu stehen.

8. Bestrafen Sie sich nicht bei Fehlern. Während Sie mit sich hadern, treten meist nur weitere Probleme auf.

9. Erinnern Sie sich an ehemalige Erfolge statt an Fehler und Pannen.

10. Nehmen Sie nie eine Opferrolle ein.

Quelle: Dr. Michael Bohne

Buchempfehlung:
Werner Metzig/Martin Schuster: „Prüfungsangst und Lampenfieber. Bewertungssituationen vorbereiten und meistern“; Springer Verlag, Berlin/Heidelberg 1999; 205 S., 16,95 Euro

Die Zeit, 1. Oktober 2003, Nr. 43, S. 80.

Einen Vortrag halten

November 8, 2007 von wasbewegte

Unsere Zusammenfassung vom 8.11.2007

November 8, 2007 von wasbewegte

WICHTIGE DETAILS BEIM REDEN VOR PUBLIKUM:

(Körpersprache; Sprechdynamik)

  1. Blickkontakt halten
  2. frei sprechen
  3. Pausen beim Sprechen; mit LAUT und LEISE arbeiten
  4. nicht zu schnell
  5. natürliche Gestik und Mimik sind erlaubt und erwünscht
  6. keine Übersprungshandlungen wie Hin-und Hertrippeln, Tigern, Rumspielen mit Zeigestock oder Laserpointer, Stift etc.
  7. Dem Publikum nicht den Rücken zudrehen (massive Kommunikationsstörung)
  8. Hände aus den Hosentaschen

Aspekte bei der Gestaltung einer Rede/Präsentation

November 8, 2007 von wasbewegte

Diese Aspekte sind bei einer Rede/mündlichen Präsentation zu berücksichtigen:

1) WARUM? (Ziel, Absicht)

2) ZU WEM? (Adressaten; Zeit; Raum)

3) WAS ? (Inhalt)

4) WIE? (Sprechdynamik)

5) WOMIT? ( Medien; Hilfmittel)

Ratschläge für einen schlechten Redner

November 8, 2007 von wasbewegte

Ratschläge für einen schlechten Redner

(aus: Kurt Tucholsky „Gesammelte Werke“)

Fang nie mit dem Anfang an, sondern immer drei Meilen vor dem Anfang! Etwa so:
„Meine Damen und meine Herren! Bevor ich zum Thema des heutigen Abends komme, lassen Sie mich Ihnen kurz …“

Hier hast du schon ziemlich alles, was einen schönen Anfang ausmacht: eine steife Anrede; der Anfang vor dem Anfang; die Ankündigung, daß und was du zu sprechen beabsichtigst und das Wörtchen ‘kurz’. So gewinnst du im Nu die Herzen und die Ohren der Zuhörer.

Denn das hat der Zuhörer gern: daß er deine Rede wie ein schweres Schulpensum aufbekommt; daß du mit dem drohst, was du sagen wirst, sagst und schon gesagt hast. Immer schön umständlich!

Sprich nicht frei – das macht einen so unruhigen Eindruck.

Am besten ist es: du liest deine Rede ab. Das ist sicher, zuverlässig, auch freut es jedermann, wenn der lesende Redner nach jedem viertel Satz mißtrauisch hochblickt, ob auch noch alle da sind.

Wenn du gar nicht hören kannst, was man dir so freundlich rät, und du willst durchaus und durchum frei sprechen … du Laie! Du lächerlicher Cicero! Nimm dir doch ein Beispiel an unseren professionellen Rednern, an den Reichstagsabgeordneten – hast du die schon mal frei sprechen hören? Die schreiben sich sicherlich zuhause auf, wann sie „Hört! hört!“ rufen … ja, also wenn du denn frei sprechen mußt:

Sprich, wie du schreibst. Und ich weiß, wie du schreibst.

Sprich mit langen, langen Sätzen – solchen, bei denen du, der du dich zu Hause, wo du ja die Ruhe, deren du sosehr benötigst, deiner Kinder ungeachtet, hast, vorbereitest, genau weißt, wie das Ende ist, die Nebensätze schön ineinandergeschachtelt, sodaß der Hörer, ungeduldig auf seinem Sitz hin und her träumend, sich in einem Kolleg wähnend, in dem er früher so gern geschlummert hat, auf das Ende solcher Periode wartet … Nun, ich habe dir eben ein Beispiel gegeben. So mußt du sprechen.

Fang immer bei den alten Römern an und gib stets, wovon du auch sprichst, die geschichtlichen Hintergründe der Sache. Das ist nicht nur deutsch – das tun alle Brillenmenschen. Ich habe einmal in der Sorbonne einen chinesischen Studenten sprechen hören, der sprach glatt und gut Französisch, aber er begann zu allgemeiner Freude so: „Lassen Sie mich in aller Kürze die Entwicklungsgeschichte meiner chinesischen Heimat seit dem Jahre 2000 vor Christi Geburt …“ Er blickte ganz erstaunt auf, weil die Leute so lachten.

So mußt du das auch machen. Du hast ganz recht: man versteht es ja sonst nicht, wer kann denn das alles verstehen ohne die geschichtlichen Hintergründe … sehr richtig! Die Leute sind doch nicht in deinen Vortrag gekommen, um lebendiges Leben zu hören, sondern das, was sie auch in den Büchern nachschlagen können … sehr richtig! Immer gib ihm Historie, immer gib ihm.

Kümmere dich nicht darum, ob die Wellen, die von dir ins Publikum laufen, auch zurückkommen – das sind Kinkerlitzchen. Sprich unbekümmert um die Wirkung, um die Leute, um die Luft im Saale; immer sprich, mein Guter. Gott wird es dir lohnen.

Du mußt alles in die Nebensätze legen. Sag nie: „Die Steuern sind zu hoch.“ Das ist zu einfach. Sag: „Ich möchte zu dem, was ich soeben gesagt habe, noch kurz bemerken, daß mir die Steuern bei weitem …“ So heißt das.

Trink den Leuten ab und zu ein Glas Wasser vor – man sieht das gern.
Wenn du einen Witz machst, lach vorher, damit man weiß, wo die Pointe ist.

Eine Rede ist, wie könnte es anders sein, ein Monolog. Weil doch nur einer spricht. Du brauchst auch nach vierzehn Jahren öffentlicher Rednerei noch nicht zu wissen, daß eine Rede nicht nur ein Dialog, sondern ein Orchesterstück ist: eine stumme Masse spricht nämlich ununterbrochen mit. Und das mußt du hören. Nein, das brauchst du nicht zu hören. Sprich nur, lies nur, donnere nur, geschichtele nur.

Zu dem, was ich soeben über die Technik der Rede gesagt habe, möchte ich noch kurz bemerken, daß viel Statistik eine Rede immer sehr hebt. Das beruhigt ungemein, und da jeder imstande ist, zehn verschiedene Zahlen mühelos zu behalten, so macht das viel Spaß.

Kündige den Schluß deiner Rede lange vorher an, damit die Hörer vor Freude nicht einen Schlaganfall bekommen. (Paul Lindau hat einmal einen dieser gefürchteten Hochzeitstoaste so angefangen: „Ich komme zum Schluß.“) Kündige den Schluß an, und dann beginne deine Rede von vorn und rede noch eine halbe Stunde. Dies kann man mehrere Male wiederholen.

Du mußt dir nicht nur eine Disposition machen, du mußt sie den Leuten auch vortragen – das würzt die Rede.

Sprich nie unter anderthalb Stunden, sonst lohnt es gar nicht erst anzufangen.

Wenn einer spricht, müssen die anderen zuhören – das ist deine Gelegenheit. Mißbrauche sie!

(Zusammengefaßt: Der schlechte Redner fängt drei Meilen vor dem Anfang an, liest die Rede ab, spricht geschriebene Sprache, mit langen langen Sätzen, kündigt den Schluß lange vorher an und findet kein Ende…)

Ratschläge für einen guten Redner

Hauptsätze. Hauptsätze. Hauptsätze.

Klare Disposition im Kopf – möglichst wenig auf dem Papier. Tatsachen, oder Appell an das Gefühl. Schleuder oder Harfe.

Ein Redner sei kein Lexikon. Das haben die Leute zu Hause.

Der Ton einer einzelner Sprechstimme ermüdet; sprich nie länger als vierzig Minuten. Suche keine Effekte zu erzielen, die nicht in deinem Wesen liegen. Ein Podium ist eine unbarmherzige Sache – da steht der Mensch nackter als im Sonnenbad.

Merke Otto Brahm’s Spruch: „Wat jestrichen is, kann nich durchfalln.“



 

Besuch in der Landesbiblithek

Oktober 1, 2007 von wasbewegte

Liebe Seminaristen,
morgen 2.10. treffen wir uns um 13.50 am S-Bahnhof in Bernhausen. Bitte bringt das Anmeldeformular (unterschrieben von den Eltern ) (lag heute in eurem Fach und befindet sich auch im Anhang) und einen Perso mit.
Ciao
Marianne Illi

Das Formular könnt ihr runterladen unter : http://www.wlb-stuttgart.de/wlb_wissen_lernen_begeistern/downloadmaterialien/anmeldung.pdf

Richtiges Zitieren

September 23, 2007 von wasbewegte

Am Ende einer jeden Arbeit befindet sich ein sog. Literaturverzeichnis, worin sämtliche Informationsquellen, die zur Erstellung der Facharbeit/Dokumentation verwendet wurden, aufgeführt werden müssen. Bei den Literaturangaben wird normalerweise nach Quellen bzw. Primärliteratur und Literatur bzw. Sekundärliteratur getrennt. Die hier vorgenommene Trennung nach Büchern, Artikeln, Zeitschrift, CD-ROM, Film etc. dient nur der Verdeutlichung. Was in den jeweiligen Fächern als Quelle und was als Literatur gilt, sollte man mit den Fachlehrern klären.

 

Bücher werden folgendermaßen zitiert:

 

Bitte auch die Satzzeichen beachten !!!

 

Nachname, Vorname: Titel. Erscheinungsort Erscheinungsjahr.

                                  

Titel, die selbständig erschienen sind, werden kursiv gesetzt.

 

Brockmann, Joseph (Hrsg.): Karolus Magnus et Leo papa. Ein Paderborner Epos vom Jahre 799. Paderborn 1966.

 

Buchner, Rudolf (Hrsg.): Ausgewählte Quellen zur deutschen Geschichte des Mittelalters. Freiherr vom Stein-Gedächtnisausgabe. Bd. V. Darmstadt 1966.

 

Hartmann, Wilfried (Hrsg.): Deutsche Geschichte in Quellen und Darstellungen. Bd. 1. Stuttgart 1995.

 

Reindel, Kurt: Die Kaiserkrönung Karls des Großen. Hamburg 1966.

 

Beumann, Helmut (Hrsg): Karl der Große. Persönlichkeit und Geschichte. Düsseldorf 31967.

(Die vor der Jahreszahl hochgestellte Zahl gibt die Auflage an, also hier die dritte Auflage)

 

Classen, Peter: Karl der Große, das Papsttum und Byzanz. Die Begründung des karolingischen Kaisertums. Sigmaringen 1985.

 

De Bayac, Jacques Delperrié: Karl der Große. Leben und Zeit. Wien und Berlin 1976.

 

Erdmann, Carl: Forschungen zur politischen Ideenwelt des Frühmittelalters. Berlin 1951.

 

Fritze, Wolfgang H.: Papst und Frankenkönig. Studien zu den päpstlich-fränkischen Rechtsbeziehungen von 754 bis 824. Sigmaringen 1973.

 

Boose, Lynda E. und Richard Burt (Hrsg.): Shakespeare, The Movie. Popularizing the Play on Films, TV, and Video. London und New York 1997.

 

 

Manchmal wird die Angabe des Verlags verlangt (z.B. bei den Anglisten Þ Lehrer fragen); das sollte dann folgendermaßen gemacht werden:

 

Nachname, Vorname: Titel. Ort: Verlag, Jahr.

 

Wird der Verlag verlangt, dann muss man ihn bei allen Büchern angeben (Zeitschriften, Zeitungen, Filme etc. bilden eine Ausnahme). Einheitlichkeit ist das oberste Gebot des wissenschaftlichen Arbeitens !!!


Titel, die nicht selbständig erschienen sind, z.B. einzelne Artikel aus Büchern, Zeitschriften, Zeitungen etc. erscheinen in „Anführungszeichen“.

 

Artikel aus Zeitungen:

Finger, Evelyn: „Die Rosenkavaliere.“ Die Zeit, 17.02.2005, Nr. 8, S. 5.

 

 

Artikel aus (wissenschaftlichen) Zeitschriften:

 

                                   Das ist der „Titel“ des Artikels.

                                                                       ß

Belsey, Catherine: „Shakespeare and Film: A Question of Perspective.“ Literature/Film Quarterly, 11 (1983) no. 3, 152-158.                                                                            Ý

                                                                                   Das ist der Titel der Zeitschrift.

 

Strum, Reinhard: „Vom Kaiserreich zur Republik 1918/1919.“ Informationen zur politischen Bildung, 4. Quartal (1998), Nr. 261, 3-18.

Man kann zur Verdeutlichung gegebenenfalls auch den Titel der Zeitschrift angeben:

Strum, Reinhard: „Vom Kaiserreich zur Republik 1918/1919.“ Informationen zur politischen Bildung. Weimarer Republik, 4. Quartal (1998), Nr. 261, 3-18.

 

Biggs, Murray: „’He’s Going to His Mother’s Closet’: Hamlet and Gertrude on Screen.“ Shakespeare Survey, 45 (1992), 53-62.

 

 

Artikel aus Büchern:

 

                                   Das ist der „Titel“ des Artikels.

                                                                       ß

Beumann, Helmut: „Das Paderborner Epos und die Kaiseridee Karls des Großen.“ In Joseph Brockmann (Hrsg.): Karolus Magnus et Leo papa. Ein Paderborner Epos vom Jahre 799. Paderborn 1966.                                                     Ý

                                               Das ist der Titel des Buches.

 

 

 

Es darf nur selbständig, d.h. ohne Verweis auf Buch, Zeitschrift oder Zeitung zitiert werden, was selbständig, also nicht als Teil einer anderen Veröffentlichung erschienen ist !!!

 

 

 

Zeitschriften:

 

Informationen zur politischen Bildung, 4. Quartal (1998), Nr. 261.

Man kann zur Verdeutlichung gegebenenfalls auch den Titel der Zeitschrift angeben:

Informationen zur politischen Bildung. Weimarer Republik, 4. Quartal (1998), Nr. 261, 3-18.

 

Der Blaue Reiter. Journal für Philosophie, 1 (2004), Nr. 19.

 


Bei einer Filmanalyse, einem Filmvergleich oder dem Vergleich einer Verfilmung mit dem literarischen Original kann auch ein Film eine Quelle sein.

 

Filme

 

Hamlet. GB 1948. Produktion: Two Cities Film. Produzent: Laurence Olivier. Regie: Laurence Olivier. Buch: Alan Dent, nach dem Stück von William Shakespeare. 155 Min.

 

Hamlet. USA/GB 1990. Produktion: Icon/Warner/Nelson Entertainment. Produzent: Dyson Lovell. Regie: Franco Zeffirelli. Buch: Christopher De Vore, Franco Zeffirelli, nach dem Stück von William Shakespeare. 135 Min.

 

Hamlet. USA 1996. Produktion: Castle Rock Entertainment. Produzent: David Barron. Regie und Buch: Kenneth Branagh, nach dem Stück von William Shakespeare. 232 Min.

 

 

 

CD-ROMs:

 

Bertelsmann Lexikon Geschichte. Bertelsmann Electronic Edition. Bertelsmann Electronic Publishing, München 1996.

 

1848-1949. Ein Jahrhundert deutsche Geschichte. Bibliographisches Institut & F. A. Brockhaus. Mannheim 1997.

 

 


Fußnoten

 

Fußnoten sehen anders aus als die Literaturangaben im Literaturverzeichnis, weil sie Teil des Fließtextes sind, d.h. sie sollten leicht zu lesen sein. Deshalb folgt hier der Nachname dem Vornamen:

 

1Vorname Nachname, Titel, Ort Jahr.

 

Allerdings können Fußnoten auch zusätzliche Informationen oder Anmerkungen enthalten. Folgende Angaben verändern sich aber auch dann nicht:

 

Schriftgröße 10, einfacher Zeilenabstand.

 

Weitere Unterschiede zum Literaturverzeichnis ergeben sich aus einem Vergleich.

 

Bitte auch hier wieder auf die Satzzeichen achten !!!

 

1 Helmut Beumann, „Das Paderborner Epos und die Kaiseridee Karls des Großen“, in Joseph Brockmann (Hrsg.), Karolus Magnus et Leo papa. Ein Paderborner Epos vom Jahre 799, Paderborn 1966, S. 4, in Bezug auf Alkuins Brief Nr. 174 in MGH. Epp. 4.

 

2 Werner Bies, „Shakespeare on Film: Some German Approaches.“ Literature/Film Quarterly, 11 (1983) no. 3, 203-207.

 

3 Lynda E. Boose und Richard Burt (Hrsg.), Shakespeare, The Movie. Popularizing the Play on Films, TV, and Video, London und New York 1997.

 

4 Helmut Beumann, „Paderborner Epos“, S. 4-5; Peter Classen, „Karl der Große, das Papsttum und Byzanz“, in Helmut Beumann (Hrsg.), Karl der Große. Persönlichkeit und Geschichte, Düsseldorf 31967, S. 570.

 

5 Classen, „Karl der Große, das Papsttum und Byzanz“ S. 570.

 

6 ebenda, S. 574.

 

7 Carl Erdmann, Forschungen zur politischen Ideenwelt des Frühmittelalters, Berlin 1951, S. 21 ff.

 

8 Die auf dem Titelblatt gezeigte Darstellung befindet sich unter dem Stichwort „Karl der Große“ auf folgender CD-Rom: Bertelsmann Lexikon Geschichte, Bertelsmann Electronic Edition, Bertelsmann Electronic Publishing, München 1996.

 

Bei Fußnoten gilt es zu beachten, dass bereits erwähnte Titel üblicherweise in gekürzter Form wiedergegeben werden, vor allem wenn derselbe Titel direkt anschließend folgt (siehe Fußnoten 5 und 6). Wird ein Titel allerdings zum ersten Mal genannt, dann muss er vollständig zitiert werden !!!

 

 

Die hier gezeigten Zitierweisen sind auf den kleinsten gemeinsamen Nenner gebracht und sollten für den schulischen Gebrauch genügen. In verschiedenen Fächern wird jedoch verschieden zitiert (z.B. Punkt statt Doppelpunkt nach dem Autorennamen, Komma zwischen Erscheinungsort und Erscheinungsjahr, Nennung des Verlags etc.). Das ist keine Schikane, sondern entspricht den unterschiedlichen wissenschaftlichen Bedürfnissen der unterschiedlichen Fachbereiche. Das gilt auch – und gerade – für die Uni.

Jeder sollte deshalb vor Beginn einer Facharbeit/Dokumentation mit dem Fachlehrer oder der Fachlehrerin abklären, ob diese Zitierweise akzeptiert wird.


The World Wide Web (WWW)

 

Auch hier gilt es zu beachten, dass es ratsam ist, sich mit dem Fachlehrer abzusprechen, weil es für das Zitieren von Internetseiten noch keine wirklichen Standards gibt. Aber diese Vorgehensweise:

 

http://www.esg-filderstadt.de/esg/archiv/usa_austausch07.htm  (21.09.2007)

gilt als akzeptabel. Man gibt also die vollständige Internetadresse an und ergänzt sie durch das Datum der Anwendung. Um das Datum von der Internetadresse abzuheben, kann man es zusätzlich in Klammern setzen.

Man sollte, wenn möglich, auch den Autor nennen (z.B. bei einem im Internet veröffentlichten Artikel etc.)

 

 

 

Unarten:

 

Man zitiert möglichst niemals aus indirekten Quellen nach dem Muster „zitiert nach“. Das ist philologische Bequemlichkeit. Man sollte z. B. niemals Quellenzitate aus der Sekundärliteratur entnehmen, sondern die Primärquelle selbst aufsuchen und den Beleg kontrollieren. Das gilt sowohl für literarische Zitate als auch für zitierte Forschungsliteratur.[1]

 

Natürlich haben Moennighoff und Meyer-Krentler ihr Buch für Universitätsstudenten geschrieben. Dennoch verlangt wissenschaftliches Arbeiten, dass man Informationen im Original vor sich hat und sich nicht auf die – womöglich falsch zitierten – Wiedergaben anderer verlässt. In der Regel reicht die Zeit aus, um auch eine Fernleihe vorzunehmen. Steht die Originalquelle nicht zur Verfügung oder ist ihre Beschaffung zu kompliziert, langwierig oder Ähnliches, dann sollte die weitere Vorgehensweise mit dem Fachlehrer abgesprochen werden. Die Zitierweise in einer Fußnote würde dann folgendermaßen aussehen:

 

1 Adolf Hitler, Mein Kampf, München 131932, S. 702 f., zitiert nach: Heinz Dieter Schmid (Hrsg.), Fragen an die Geschichte. Geschichtliches Arbeitsbuch für Sekundarstufe I, Bd. 4, Frankfurt am Main 41990, S. 72.

 

D.h. Schmids Werk lag vor. Schmid hat die genannte Ausgabe von Hitlers Mein Kampf zitiert. Die Kollegiatin bzw. der Kollegiat hat sich aber nicht die Mühe gemacht, Mein Kampf im Original zu besorgen, um zu sehen, ob Schmid richtig zitiert hat, sondern hat einfach Schmids Zitat übernommen.

 

 

 

Literaturhinweis:

 

Braukmann, Werner: Pocket Teacher Abi. Die Facharbeit. Für alle Fächer. Berlin 22003.




[1] Burkhard Moennighoff und Eckhardt Meyer-Krentler, Arbeitstechniken Literaturwissenschaft, München 112003.

Checkliste Werkstattbuch

September 23, 2007 von wasbewegte

 

 

sammeln

  • · alles
  • · immer
  • · überall

festhalten

  • · Anwesenheit, Arbeitsorte, Gruppentreffen
  • · eigene Tätigkeiten ( Lektüre, Recherche, Gespräche, Telefonate, Besuche von Archiven, Bibliotheken, Filme, Ausstellungen, Diskussionen)
  • · Ausgangsfrage, Vorgehensweise, Ergebnis
  • · Büchersignaturen, Internetadressen
  • · Ansprechpartner, Telefonnummern, Gedächtnisprotokoll

planen

  • · Arbeitsplan (inhaltlich) erstellen
  • · Leitfragen
  • · Untersuchungspunkte
  • · für Gruppen: Aufteilung
  • · Arbeitsplan (zeitlich) erstellen
  • · Reihenfolge der zu bearbeitenden Aufgaben
  • · „Deadlines“
  • · für Gruppen: Terminplan der Gruppentreffen

bewerten

  • · Auswertung in Bezug auf das behandelte Thema, das gesteckte Ziel
  • · subjektive Eindrücke. „Blitzlicht“
  • · möglichst objektive Beurteilung
  • · Verbesserungsvorschläge für das weitere Vorgehen

lesen

  • · Tagebuch über das Gelesene mit Bemerkungen, Fragen, Beobachtungen, Assoziation
  • · Werkstattbuch selbst zum Lesen nutzen

schreiben

  • · Beobachtungen, eigenen Meinungen, weiterführenden Gedanken, kleine Texte
  • · Entwürfe, Versuche, Proben

ordnen

  • · Anfangsseiten für Inhaltsverzeichnis reservieren (Titel, Seitenzahl)
  • · Seitenzahlen vergeben
  • · jeden Eintrag mit Datum versehen
  • · Eintragungen graphisch gestalten (Layout)

gestalten

  • · Einband, einzelne Seiten …., aber auch Gesamtkonzept